nana theater

Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe

Nach zehn, scheinbar in Eintracht verlaufenen Jahren verläßt Goethe 1786 Weimar, über Nacht, heimlich, ohne Abschied oder Erlaubnis. Seine Geliebte, Charlotte von Stein, sieht sich ihren Gefühlen und den Vorwürfen ihres Gatten gegenübergestellt. Das ist die Szenerie für einen der "faszinierendsten Monologe, die in deutscher Sprache nach 1945 geschrieben worden sind" (Frankfurter Rundschau). Das Publikum erlebt Goethe aus einer erfrischend anderen Perspektive, denn er wird nicht von Historikern, sondern von einer liebenden, aber verletzten Frau beschrieben.


Über Abwesende wird gern schlecht gesprochen. Dies ist eine nur allzumenschliche Schwäche, und selbst die gebildete und wohlerzogene Hofdame Frau von Stein erliegt ihr. Sie ergeht sich in den Tiraden enttäuschter Liebe: Goethe als Hypochonder und Poseur; als Versager in der Liebe, der es nur versteht, seine Abenteuer literarisch auszubeuten. Sich selbst sieht die Dame als Abrichterin, die aus einem Sturm-und-Drang-Flegel einen einigermaßen brauchbaren Menschen gemacht hat. Dressur, ob nun Schoßhund oder Genie, der launenhafte Hochmut regiert.

Eine boshaft-witzige wie auch sehnsuchtsvolle Beschwerde, die ein Psychogramm menschlicher Charaktere und ihrer gesellschaftlichen Zeit offenbart. Ein meisterhaft geschriebenes Theaterstück, das den noch größeren Meister auf die Hörner nimmt, ihn vom literarischen Olymp mit der scharfen Zunge einer enttäuschten Freundin herunterredet. Was dem Publikum bleibt, sind zwei durchaus menschliche, bei allen Unzulänglichkeiten aber doch sympathische Menschen, die in ihrer ganz besonderen Beziehung zueinander ratlos geworden sind.

Charlotte von Stein: Birgit Förstner
Regie: Jan Burdinski

 

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